Herzlich willkommen auf meinem Blog rund ums Thema Achtsamkeit und bewusstes Leben. Hier gibt es Informationen, Impulse und Anleitungen/Übungen aus dem Achtsamkeitstraining.  

 

 

 

  

 Was bedeutet Achtsamkeit..?

 

In der Achtsamkeit geht es um wahrnehmen, erkennen, annehmen. Achtsamkeit heisst, das bewusste Wahrnehmen des Moments, möglichst ohne Bewertung oder Beurteilung. Das Gewahrsein des Jetzt. Sie ermöglicht uns, dem jeweils gegenwärtigen Moment in der bestmöglichen Weise zu begegnen. Aber auch im Kontakt mit sich selbst zu sein. Schlussendlich auch die Akzeptanz des Gegenwärtigen. Dazu gehört auch das Wahrnehmen des eigenen Körpers, durch bewusste Präsenz des momentanen Körpergefühls, der Körperempfindungen und Sinneswahrnehmung (sehen, riechen, hören, schmecken…) . Auch das Wahrnehmen der eigenen Gedanken und Gefühle. Wichtig dabei ist, nicht in  die Wertung zu gehen, sondern nur beobachten, wahrnehmen, und wieder loslassen, sich nicht darin verlieren. Man wird sich der eigenen Gedanken bewusst, und übernimmt die Kontrolle für die eigene Denkweise, was zu einem bewussten, selbstbestimmten Leben führen kann.

 

Im Achtsamkeitstraining lernen wir, sich zu entspannen und besser mit Stress und unseren schwierigen Gefühlen und Gedanken umzugehen.

 

Achtsamkeit/ Achtsamkeitstraining hilft bewusst zu leben und führt zu :

 

- einer guten Selbstregulation

- Stressminderung und   Stressabbau/Entspannung

- einem besseren Zugang zum eigenen Potential

- bewusst werden der eigenen Denkvorgänge und Emotionen, und besserem Umgang mit   Gedanken und Gefühlen

- Vereinfachung in komplexen Zeiten

- mehr Abstand und Kontrolle der eigenen Emotionen und Lebensumstände

- mehr Klarheit des inneren Erlebens

- durchbrechen und erkennen von Routinehandlungen und Gewohnheiten

- Eigenverantwortung

- besserer Konzentration und Fokussierung

- einer bewussten Wahrnehmung von sich selbst und anderen

- mehr Mitgefühl und Empathie für sich selbst und andere

- einem engeren Kontakt zu sich selbst und den eigenen Bedürfnisen

- bewussten Entscheidungen und setzen von Prioritäten und Selbstbestimmtheit

- innerer Ruhe und mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit

- mehr Belastbarkeit

- besserer geistiger, und körperlicher Gesundheit

-…

 

Achtsamkeit wird auch in therapeutischer Form in der modernen Psychotherapie angewendet, besonders bei Angst- und Panikstörungen, Psychosomatik sowie Depressionen und Burn-Out Thematik.

 

Man kann Achtsamkeit bei praktisch allen Tätigkeiten während des Tagesablaufs ausüben. Auch während man isst, arbeitet oder Haushaltsarbeiten durchführt. Indem man bewusst auf die Empfindungen achtet, die in jedem Moment erlebt werden.

Achtsam sein bedeutet auch, die „kleinen“, einfachen Dinge zu sehen. Im Alltag, oder beispielsweise im Umgang mit der Natur, und mit Tieren. Beobachten, zusehen, hören, riechen, wahrnehmen mit allen Sinnen.

Zudem fördert  es auch die Wahrnehmung für unsere Mitmenschen, und führt zu mehr Empathie.

Das Ziel ist, Stille, inneres Gleichgewicht und geistige Klarheit als Teil des Alltags zu integrieren.

 

Achtsamkeit ist keine Art von Religion, sondern eine (Geistes)-Haltung, eine Lebensphilosophie, ein Weg, dessen Wurzeln im Buddhismus zu finden sind, und Teil des "achtfachen Pfad" ist. Angelehnt an die buddhistische Psychologie, ist Achtsamkeit ein Bewusstseinstraining, für das Bewusstwerden der emotionalen und mentalen Prozesse. 

 

  

 „Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Weise aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu urteilen.

Diese Art der Aufmerksamkeit steigert das Gewahrsein und fördert die Klarheit sowie die Fähigkeit, die Realität des gegenwärtigen Augenblicks zu akzeptieren. Sie macht uns die Tatsache bewusst, dass unser Leben aus einer Folge von Augenblicken besteht. Wenn wir in vielen dieser Augenblicke nicht völlig gegenwärtig sind, so übersehen wir nicht nur das, was in unserem Leben am wertvollsten ist, sondern wir erkennen auch nicht den Reichtum und die Tiefe unserer Möglichkeiten zu wachsen und uns zu verändern…

Achtsamkeit ist eine einfache und zugleich hochwirksame Methode, uns wieder in den Fluss des Lebens zu integrieren, uns wieder mit unserer Weisheit und Vitalität in Berührung zu bringen.“    

Achtsamkeit wirkt erst durch die Kraft der Anwendung, und ist nur durch die Anwendung zu verstehen.

Jon Kabat-Zinn

 

 

 

 

 

 

Neuster Blog-Beitrag:

Akzeptanz und Geduld (Prinzipien der Achtsamkeit)

 16.2.2019

 

 

„Hab doch ein wenig Geduld!“, wie oft haben wir das schon gehört. Und wir wissen auch, wie schwer es ist, Geduld aufzubringen wenn uns etwas stört oder belastet. Oft möchten wir das etwas schneller geht, wollen optimieren und Prozesse vorantreiben. Geduld bedeutet in der Philosophie der Achtsamkeit, sich bewusst werden, dass Dinge und Prozesse ihre Zeit brauchen und das anzuerkennen. Durch Achtsamkeit können wir in Kontakt treten mit der Zeit der Dinge. Und durch das Anerkennen, entsteht ein Raum, fern ab von unseren Versuchen, die Dinge zu manipulieren und voranzutreiben.

Die innere Haltung der Geduld ist ein stressfreier Zustand.

Wenn es gelingt, uns in Geduld zu üben, sich bewusst zu machen dass alles seine Zeit braucht, kann dies zu einer entspannteren, gelasseneren Gemütsverfassung führen. Nehmen wir nun die Akzeptanz dazu, entsteht zusätzlich ein Raum, der zu mehr Ausgeglichenheit und innerer Ruhe führt. Die Akzeptanz ist die Basis einer achtsamen Haltung. Im Grunde gibt es ohne Akzeptanz keinen Weg zu einer positiven Veränderung. Wenn wir Widerstand aufbauen, verschlechtert das nicht nur unseren Gemütszustand, sondern braucht auch viel Energie, die uns dann zusätzlich fehlt.

 

Akzeptanz bedeutet, das was ist so anzuerkennen wie es ist und es so stehen zu lassen. Wir müssen es nicht gutheissen oder damit einverstanden sein, wir lassen es einfach da wo es ist, und wie es ist. Auch hat Akzeptanz nichts mit Hinnehmen oder Resignation zu tun, denn Hinnehmen ist ein passiver Zustand, eher ein Zustand des Ausgeliefertseins oder des Aufgebens. Bei der Akzeptanz hingegen, übernehmen wir die Verantwortung, und sie gibt uns die Fakten unseres Lebens in die Hand. Es entsteht ein klares Bewusstsein, und wir können aktiv, bewusst und entspannter Entscheidungen treffen, und dem Lauf des Lebens die Zeit lassen, die es braucht.

 

 

Herzlich,

von Corinne  🙏


Bauchatmung (Zwerchfellatmung)

 

12.2.2019

 

Eine "Turbo- Entspannungsmethode“:

 

Die Art wie wir atmen, hat enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden, auch bezüglich Anspannung und Entspannung. Im Laufe unseres Lebens passiert es oft, dass wir verlernen, richtig zu Atmen. Als Baby ist die Bauchatmung noch Normalzustand.

Die Atmung steht über das Zwerchfell im direkten Zusammenhang zum vegetativen/ autonomen Nervensystem. Darum hat die Bauchatmung grossen Einfluss darauf und kann schnell Beruhigung und Entspannung auslösen.

Haben wir Stress, in jeglicher Form z.B. Angst, Überlastung, innere Unruhe etc., wird unsere Atmung ebenfalls flacher und schneller. Längerfristig kann das dann wiederum zusätzlich zu psychischen Problemen, auch zu verschiedenen körperlichen Symptomen wie z.B. Kopfschmerzen, Hals-, Nacken-, Schulterverspannungen, Bluthochdruck, Magen- und Darmbeschwerden (Reizdarm), Schlafstörungen, nächtliches Grübeln usw. führen.

Die Bauchatmung ist ein wunderbares, effektives Mittel, innert kürzester Zeit, Stress abzubauen, runterzufahren und zur Ruhe zu kommen. Man könnte sagen eine "Turbo-Entspannungsmethode"! Die mit etwas Übung zudem immer und überall praktiziert, und da praktisch unbemerkt vom Umfeld, durchgeführt werden kann.

 

So gehts:

 

Geht im Sitzen, Stehen, Liegen. Wichtig ist, dass die Wirbelsäule gerade ist.

Am Anfang kann es hilfreich sein, eine Hand auf den Bauch zu legen, so dass das Heben und Senken der Bauchdecke bewusst wahrgenommen wird.

 

Leg also, wenn du magst deine Hand auf deinen Bauch.

Konzentrier dich ganz bewusst auf deine Atmung…

Beobachte den Rhythmus deines Atems…

 

Atme tief in deinen Bauch, zieh die Luft durch deine Lungen hinunter in deinen Bauch

 

...ein und aus…ein und aus…ein und aus… Spüre wie sich deine Bauchdecke hebt und senkt….

 

Atme ganz tief in deinen Bauch ein, so dass sich deine Bauchdecke weit nach oben wölbt und zähle dabei auf vier… …

 

atme ganz aus, so dass sich dein Bauch komplett leert und noch ein bisschen mehr, (bis wirklich keine Luft mehr raus geht!)

und zähle dabei auf sechs oder acht…

 

Wiederhole das mindestens 4 mal.--

 

 

(Wenn du diese Übung regelmässig trainieren möchtest, mach sie zu Beginn in einer ruhigen, ungestörten Umgebung, und mach sie mindestens 3 Minuten lang.)

 

 

Herzlich, von Corinne 🙏


Umang mit schwierigen Gedanken und Gefühlen, Teil 6

6.2.2019

 

 

Der achtsame Weg im Umgang mit Gedanken und Gefühlen

 

 

In den letzten Beiträgen zum Thema Achtsamkeit und Umgang mit schwierigen Gefühlen, ging es immer wieder darum, die Gefühle wahrzunehmen und nicht zu verdrängen.

Doch wann verdrängen wir Gefühle, und wie kann sich das auswirken..?

 

Hier ein paar Beispiele:

 

-Wir sind wütend, und lassen unsere ganze Wut an unserem Gegenüber aus

 

-Wir sind verärgert und gereizt, und gehen erst einmal joggen oder ins Fitnessstudio

 

-Wir spüren Hass oder Wut in uns, schämen uns vielleicht dafür, und wenden uns angewidert schnell etwas anderem zu (Verdrängung/Ablenkung)

 

-Man schlägt auf ein Kissen ein, und schreit laut Schimpfworte

 

-Wir ärgern uns über jemanden oder etwas, essen erst einmal etwas

 

-Wir sind wütend und versuchen uns einzureden, dass doch alles gar nicht so schlimm sei

 

-Wir sind zornig auf jemand, und denken, „…dem werde ich es zur richtigen Zeit schon noch heimzahlen..!“

 

-Wir sind traurig, und lenken uns mit diversen Aktivitäten ab, oder trinken Alkohol um die Traurigkeit nicht spüren zu müssen

 

-Unser Körper macht unangenehme Symptome,(Kopfschmerzen, Verspannungen, Rückenschmerzen,Magen-Darmbeschwerden, oder wir spüren Nervosität, innere Unruhe, Gereiztheit,…) oder wir werden ernsthaft krank

 

Das sind alles Beispiele der Verdrängung, und Folgen davon. Es gibt nichts einzuwenden, erstmal auf die ein oder andere Weise zu re-agieren, im Gegenteil, das kann durchaus eine Möglichkeit sein, sich zuerst einmal Luft zu verschaffen, oder Dampf abzulassen. Doch auch wenn wir uns danach vielleicht besser fühlen, (nachdem wir z.B. jemanden unsere Wut um die Ohren gehauen haben, die ganze Schokolade aufgegessen haben…) ist das Gefühl dahinter doch nur verdrängt.

Das merken wir daran, dass wenn wir später an dieses Gefühl denken, oder es erneut in unserem Bewusstsein auftaucht, es auch wieder heftig in uns „aufsteigt“ und sich ausbreitet. Wichtig ist, es nicht dabei zu belassen, sondern die Gefühle später und in aller Ruhe wahrzunehmen, zuzulassen und anzusehen.( siehe 7 Schritte)

Denn Vorsicht..! Das ständige Verdrängen von Gefühlen kann konkrete Folgen haben. Die verdrängten Gefühle sind ja nicht verschwunden wenn wir sie verdrängen, sie wandern stufenweise nach „unten“.

Anfänglich ist das Gefühl wenn wir es bemerken in unserem Bewusstsein, in unserem Verstand. Wird das Gefühl dann wie beschrieben verdrängt, fällt es sozusagen in die nächste Etage tiefer. In unser Unterbewusstsein. Es scheint dann im ersten Moment verschwunden. Im normalen Alltag bemerken wir es vielleicht nicht mehr bewusst. Wird nun das Gefühl weiterhin nicht beachtet und verdrängt, sinkt es wiederum in die nächste Ebene, in unser Tiefenbewusstsein. Nun ist es möglich, dass wir dieses Gefühl dann in unseren Träumen gespiegelt bekommen. Wollen wir es nun immer noch nicht spüren und uns bewusst machen, rutscht es noch tiefer, in die stoffliche Ebene. Das wäre dann unser Körper. (siehe Symptome oben) Nun macht uns irgendwo in unserem Körper etwas unangenehm zu schaffen. Wir haben vielleicht Schmerzen, verschiedene Symptome treten auf die eventuell auch einer Krankheit zugeordnet werden können. Oder die als psychosomatisch eingestuft werden, wenn von ärztlicher Seite kein organisch spezifischer Befund erkannt werden kann.

Darum sollte unsere Aufmerksamkeit unbedingt auch auf die innere Verfassung, auf diese Gefühle gerichtet sein, und nicht nur auf äussere Bereiche.

Beim Achtsamkeitstraining geht es diesbezüglich darum, liebevoll mit sich und den eigenen Bedürfnissen umzugehen, uns unserm Gefühlen bewusst zu werden und zu verstehen, das Verdrängung kein Dauerzustand sein sollte, damit wir achtsam und fürsorglich mit uns umgehen können.

Auch können eine achtsame Haltung, und Achtsamkeitsübungen helfen, sich zeitweise eine Erholung von schwierigen Gefühlen zu ermöglichen.

 

Tipp: Beachte deine schwierigen Gefühle, damit du frei davon werden kannst. „lass sie ziehen“, um unbeschwert weiter zu gehen.🎈 (Übung dazu in Teil 3 Umgang mit schwierigen Gedanken und Gefühlen.)

 

Zusammenfassend zum Thema:

 

Der achtsame Weg im Umgang mit Gedanken und Gefühlen

 

Ich habe eine Methode zusammengestellt, diese 7 Schritte-Methode kannst du für alle Situationen anwenden, sei es im Umgang mit äusseren Ereignissen, oder mit deiner inneren Welt, deinen Gefühlen und Gedanken. Anfangs kannst du dir ein paar Minuten Zeit in Ruhe nehmen, dich konzentriert den 7 Schritten zuwenden. Du wirst aber sehen, je geübter du bist, kannst du das in jedem Moment während deines Alltags wie automatisch „abspulen“..!😉So wirst du zum Beobachter, und erkennst immer mehr die Abläufe und Fallen, in die wir tappen, wenn wir unbewusst durchs Leben gehen.

 

Die 7 Schritte-Methode:

Mit meiner 7 Schritte-Methode kannst du lernen, wie du mit allen Siuationen und deinen Gedanken und Gefühlen besser umgehen kannst. Du lernst durch Achtsamkeitstraining wie du zu mehr Gelassenheit und inneren Frieden gelangst. In Kürze in meinem Online-Kurs.

 

 

Nun hast du viele Werkzeuge der Achtsamkeit zum Thema „Umgang mit schwierigen Gedanken und Gefühlen“ in diesen 6 Teilen kennengelernt. Über deinen Atem, steht dir jederzeit der Zugang für dein achtsames Bewusstsein offen. Halte immer wieder einen Moment inne in deinem Alltag, ATME ! Verbinde dich mit deiner dir innewohnenden Kraft und Weisheit, es steht uns allen von Natur aus immer zur Verfügung, du musst nur darauf zugreifen..! Wende dann vielleicht meine oben genannten 7 Schritte an. Schau, was sich dadurch verändert…

 

Du weisst ja mittlerweile : „Achtsamkeit wirkt erst durch die Kraft der Anwendung, und ist nur durch die Anwendung zu verstehen.“ 😉

 

 

Hast du Fragen, schreibe mir gerne in der Kommentarfunktion ganz unten auf der Seite oder über das Kontaktformular..! (Button „Kontakt“)

 

Herzlich, von Corinne 🙏


Umgang mit schwierigen Gedanken und Gefühlen, Teil 5

26.1.2019

 

Das Gefühl hinter dem Gefühl ( Geisteszustand und Geistesinhalt )

 

Wenn uns etwas innerlich beschäftigt, Gedanken sich „unüberhörbar“ ständig um eine Sache drehen, sollten wir herausfinden, warum das so ist. Klar ist, Gedanken erzeugen Gefühle. Niemand fühlst sich wohl, wenn die Gefühle einen im negativen Sinn ständig beeinflussen, oder überhand nehmen. Wir wollen es entweder nicht spüren, oder es so schnell als möglich los werden. Oft bemerken und erkennen wir das Gefühl, und spüren auch das es uns nicht gut tut, trotzdem können wir es nicht ändern. Dabei gibt es immer ein Haupt-oder Grundgefühl, ein Gefühl das im Vordergrund steht, aber es steckt immer auch ein Gefühl hinter dieser Hauptemotion.

 

Im Achtsamkeitstraining arbeitet man mit mehreren Möglichkeiten, diese Gefühle zu erforschen, zu definieren und zu unterscheiden.

 

An erster Stelle steht bei der Achtsamkeitspraxis immer das Erkennen. Das heisst, du bemerkst, das da etwas in deiner Verfassung Unbehagen verursacht. Vielleicht erkennst du auch direkt was es ist, was dich beschäftigt, nämlich ein Gefühl. Wie in Teil 1 beschrieben, nehmen nicht alle Menschen Gefühle gleich wahr oder erkennen sie als solche nicht immer sofort. Oft spürt man auch auf körperlicher Ebene, dass etwas nicht stimmt. (Magen- Darmbeschwerden, Kopfschmerzen etc.) Ebenfalls kann die mentale Verfassung darauf hinweisen. (Nervosität, innere Unruhe, Gereiztheit… )

 

Im Achtsamkeitstraining unterscheiden wir zwischen dem Geisteszustand ( Hauptgefühl) und den Geistesinhalten (Gedanken dahinter).

Wir erforschen zuerst den Geisteszustand, der unsere vorherrschenden, vordergründigen Gefühle beinhaltet, und uns auf unsere geistige Verfassung hinweist. Wenn wir erkannt haben welches Grundgefühl wirkt, können wir uns dem Geistesinhalt zuwenden, dem Gefühl hinter dieser Grundemotion.

 

Dies heraus zu finden gelingt am besten, wenn wir uns an einem ungestörten Ort zurück ziehen. Wir müssen zur Ruhe kommen, uns Zeit nehmen um hinein zu spüren. Über die Atmung/ den Körper, können wir uns in einen Zustand der Entspannung begeben. (siehe Übung Beitrag Teil 2)

 

Die vier grundlegenden Emotionen (Hauptgefühl) sind immer:

 

-Angst

-Wut

-Schmerz (Verletztheit)

-Trauer.

 

Hier einige Beispiele:

 

Gefühl dahinter :

 

-Verlustangst

-Versagensangst

-Angst nicht zu genügen

-Problem mit Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, Selbstwert

-Konkurrenz, Eifersucht

-Erinnerung, Triggerpunkte von gemachten Erfahrungen (Enttäuschung, verletzt werden,  Trauma...)

-Angst vor dem Alleinsein

-Angst verletzt zu werden

-Neid / Eifersucht / Missgunst

-… 

Durch unser Bewusstwerden dieser Zusammenhänge und Abläufe können wir verhindern, dass wir uns im Gedankenstrudel verlieren, und uns den Gefühlen ausgeliefert fühlen.

Bei der Achtsamkeit auf diese Gefühle dahinter geht es darum nur zu beobachten, was gerade durch unseren Geist zieht, wir identifizieren uns nicht damit. Wir beobachten die Gefühle, welche Gedanken, Vorstellungen tauchen auf, und verschwinden wieder.

 

Wir erkennen, erforschen, und schlussendlich folgt das Annehmen.

 

Wenn wir dazu unsere Widerstände gegen diese belastenden Gedanken und Gefühle aufgeben, geschieht etwas befreiendes. Denn es ist der Widerstand der uns weh tut, wenn wir ihn aufgeben, hört auch der Schmerz auf. Dieser Kampf der entsteht wenn wir Widerstand machen, fordert immense Kraft von uns, und erzeugt zusätzlich Stress. Es geht jedoch nicht darum, etwas zu ignorieren oder zu resignieren. Schon gar nicht, alles gut zu heissen oder einfach hinzunehmen. Es bedeutet lediglich, erst einmal unsere inneren Widerstände zu erkennen und zu lockern. Denn was macht es für einen Sinn sich gegen etwas zu wehren, was bereits da ist. Das gilt im Übrigen nicht nur für unsere Gedanken und Gefühle, sondern auch für äussere Ereignisse.

Schlussendlich haben wir es zum grössten Teil selbst in der Hand, denn wir bestimmen durch unsere Achtsamkeit, worauf wir unseren Fokus richten, wie wir damit umgehen. Und ganz wichtig: Verurteile dich niemals wegen deiner Gefühle! Werte nicht über dich! Alles darf sein, alle Emotionen haben ihre Berechtigung. Nimm sie an, ohne sie zu bewerten. Hauptsächlich wie wir damit umgehen, ist unsere Entscheidung, und da haben wir ein „Mitspracherecht“.

 

Gedanken und Gefühle, Empfindungen kommen und gehen, sie sind ununterbrochen in Bewegung und Wandlung. Dies zu verinnerlichen hilft zu akzeptieren, und macht uns bewusst, das alles vorbei geht. Es sind Gedanken und Gefühle, sie sind ein Teil von uns, aber wir sind nicht unsere Gedanken.

 

Wenn wir das Beobachten des eigenen Geisteszustandes und dessen Inhalte regelmässig üben, führt das zu Selbsterkenntnis, und gibt Raum, uns besser kennenzulernen. Wir lernen so unsere Bedürfnisse, unsere Stärken und Schwächen zu erkennen, und können viel besser mit unseren Gefühlen umgehen.

Sicherlich ist dir aufgefallen, dass die meisten Gefühle hinter den Hauptgefühlen auf Angst basieren. Angst ist eine der stärksten Emotionen. Allein diese Erkenntnis, das unser Verhalten und Empfinden oft aus Angst entsteht oder auf Angst basiert hilft, sich selber besser zu verstehen, und dadurch auch andere Menschen.

 

Mini-Übung :

 

Stell dir vor, du liegst auf einer Decke auf einer Blumenwiese oder am Strand (oder wo immer es dir gefällt ).

 

Du liegst einfach dort, und schaust in den Himmel und betrachtest die Wolken. Sie stellen deine Gedanken oder Sorgen dar.

 

Beobachte einfach nur genau und lasse sie ziehen, während es dir einfach gut geht auf der Wiese oder am Strand.—

 

Dies Übung kannst du auch „in echt“ in deinen Tagesablauf einbauen. Wenn du zum Beispiel im Zug sitzt, einen Blick aus dem Fenster deines Arbeitsplatzes wirfst, bei einem Spaziergang, auf dem Weg nach Hause oder zur Arbeit, während du auf den Bus wartest…

Immer wenn du dich belastet fühlst, du in den Himmel schaust und Wolken siehst, lässt du das was dich belastet ziehen, lockerst deine Widerstände, und lässt so wieder etwas los.

 

( Ausserdem fördert, schult und trainiert diese winzige Übung dein Bewusstsein und allgemein deine Achtsamkeit ) 😉

 

 

Herzlich,

von Corinne🙏

 

 

Falls du meine Beiträge regelmässig lesen möchtest, du kannst mich auf Facebook abonnieren. Meine Seite "Achtsamkeits-Impulse" : 

https://www.facebook.com/achtsamkeitsinfo/?ref=bookmarks


Umgang mit schwierigen Gefühlen und Gedanken,Teil 4

20.1.2019

 

Glaubenssätze und Überzeugungen

 

Unser Denken wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Vieles hängt mit unseren Überzeugungen, Prägungen und Erfahrungen zusammen. Zu den stärksten und kraftvollsten Gedanken gehören unsere Glaubenssätze. Das sind tief in uns verankerte Meinungen und Überzeugungen, die unsere Gedanken färben und immensen Einfluss auf unser Denken und Handeln haben, und auch unsere Gefühle massiv beeinflussen können. Es sind Ansichten von- über- oder zu etwas. Es sind Grundannahmen. Sie können uns behindern und blockieren unser Potenzial zu leben, und verhindern oft das wir uns gut zu fühlen, sie mindern unsere Kraft. Auch stehen sie uns im Weg, unsere Intuition und die Kraft unseres Geistes zu nutzen. Oft stammen sie aus unserer Kindheit. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein grosser Teil dieser Prägungen schon im Alter von bis zu sechs Jahren entsteht. Das heisst, sie sind oft im Erwachsenenalter nicht mehr aktuell oder zutreffend, wirken unbewusst aber stark auf uns ein.

 

Glaubenssätze entstehen aber auch im Laufe unseres Lebens, durch Erfahrungen. Und verfestigen sich dann durch unser wiederholtes Denken im Laufe der Zeit zu Glaubensmuster.

Man kann sich das so vorstellen:

Stell dir vor wie die Welt aus dem Weltraum bei Nacht aussieht. ( siehe Titelbild ) Wir sehen die grossen Städte als grosse, verdichtete Lichtpunkte, die Dörfer leuchten dazwischen unterschiedlich kleiner. Verbunden sind sie mit dickeren oder dünneren Verbindungen (Strassen). In unserem Hirn befinden sich Synapsen, sie bezeichnen die Stelle einer neuronalen Verknüpfung, über die eine Nervenzelle in Kontakt zu einer anderen Zelle steht. Die Städte stehen für die Nervenzellen und die Verbindungen (Strassen) sind die Synapsen. Wenn wir nun Denken, schaffen wir eine Verbindung zwischen diesen „Städten und Dörfern“ (Nervenzellen) mittels der Strassen (Synapsen). Das heisst, je öfter wir einen Gedanken denken, desto stärker wird die Verbindung. So wird ein kleiner Trampelpfad zur Strasse und schliesslich zu einer vier spurigen Autobahn. Es verfestigt und verstärkt sich also immer mehr. Genau so entstehen auch Glaubenssätze. Je öfter wir etwas gleiches denken, (und fühlen! )desto mehr prägt es sich ein. Bis wir es selbst glauben, und danach leben.

Das gilt jedoch in beide Richtungen, sowohl in die schädliche wie auch in die positive Formulierung! (siehe Glaubenssatz ersetzten)

(Natürlich ist dies ein sehr viel komplexerer Vorgang und ich kann das Thema hier nur anschneiden. )

 

Hier ein paar Beispiele:

 

Persönliche Glaubenssätze :

 

• Ich weiß nicht, was ich tun soll.

• Ich darf und kann keine Fehler machen.

• Ich kann nichts recht machen

• Ich bin nicht gut genug.

• Ich sollte anders sein.

• Ich habe meine Chance sowieso schon verpasst.

• Ich bin ein Versager.

• Ich bin den anderen egal.

• Ich könnte andere enttäuschen.

• Ich blamiere mich doch nur.

• Ich habe nicht genug Zeit.

• Ich bin wertlos.

• Ich brauche einen Partner, damit ich glücklich bin

• Ich sollte anders sein.

• Ich muss vorsichtig sein im Leben.

• Ich muss es richtig machen.

• Ich mache immer alles falsch.

• Etwas stimmt nicht mit mir.

• Sie/er lehnt mich ab.

• Ich bin nicht liebenswert genug

 

Allgemeine Glaubenssätze :

 

• Das schaffe ich doch nie!

• Es hat sowieso keinen Sinn!

• Das steht mir nicht zu!

• Ich habe es nicht verdient!

• Das hat ja bei mir noch nie geklappt!

• Dafür bin ich zu alt!

• Ich treffe nie die richtigen Menschen!

• Ich habe immer Pech!

• Ich bin nicht kreativ!

• Das ist eine Nummer zu groß für mich!

• Das geht niemals gut.

• Ich habe 2 linke Hände!

• Ich bin ein Versager!

• Das Leben ist schwer!

• Zeige nie dein wahres Gesicht!

• Männer weinen nicht!

• Ich habe kein Glück!

• Man muss nur wollen.

• Das Leben ist hart zu mir.

• Ich mache immer alles falsch.

• Ich bin es nicht wert, dass man mich liebt.

• Ich bin hässlich.

• Ich bin nichts wert.

• Ich bin nicht wichtig.

• Ich verdiene keine Anerkennung.

 

Der erste Schritt wäre also, diese Sätze zu erkennen. Glaubenssätze zeigen sich oft dann, wenn wir auf etwas unerwartetes reagieren müssen, oder wenn wir nicht in unserer Kraft sind, natürlich auch in alltäglichen Handlungen und Situationen. (Automatismen)

 

Diese Möglichkeiten stehen dir zB. zur Verfügung, um herauszufinden welche Glaubenssätze du zur Zeit am Laufen hast:

 

-welche Sätze sagst oder denkst du aus tiefer Überzeugung..?

-was sind deine häufig wiederkehrende Gedanken..?

-wo verwendest du Formulierungen die oft „immer“, und „alle“ beinhalten

-was hast du von anderen Menschen übernommen..? Zum Beispiel: „meine Mutter sagte oft…“, „von meinem Vater hörte ich dauernd…“, „wir machen das schon immer so…“

 

Achte dabei auch auf deine Gefühle, denn Gefühle werden durch Gedanken verursacht. Wenn du in bestimmten Situationen immer wieder das Gleiche fühlst, dann ist ein Glaubenssatz besonders aktiv am wirken.

 

 Typische Glaubenssätze erkennst du auch daran:

 

-wenn….dann…

-es ist nun mal so das…

-das Leben ist… -Weil…

-ich muss…weil ich sonst…

-ich darf nicht das tun, sonst…

-ich bin nun mal …

-oder das was „müssen“, „sollen“, „können“, „sein“ beinhaltet

 

Weiter können wir damit fortfahren, indem wir unsere Glaubenssätze reflektieren um sie dann zu überprüfen. Es bedeutet aber nicht, dass wir alle verändern müssen, es gibt durchaus auch nützliche. Dennoch sollten wir sie prüfen. Durch das Reflektieren (nachdem wir sie erkannt haben) kann sich bereits einiges verändern oder lösen. Und, wir können sie auch bewusst verändern, bzw. ersetzen.

 

Doch zuerst kannst du deinen Glaubenssatz überprüfen:

 

-wozu dienst mir dieser Glaubenssatz..?

-ist er ( noch) nützlich..?

-woran hindert er mich..?

-woher oder von wem stammt er..?

-gibt es eine sinnvolle Alternative..?

 

Um ihn zu verändern und zu ersetzen, stell dir folgende Fragen:

 

-was unterstützt mich am besten..?

-wie muss ich die Welt um mich erleben, damit ich mich gut fühle..?

-was würde mir helfen..?

-wie/was fühlt es sich für mich gut an..?

 

Ersetze nun den schädlichen Glaubenssatz durch einen positiven. Immer wenn du deinen „Begleiter“ (Glaubenssatz) erwischst, machst du ihm sozusagen einen Gegenvorschlag, und stellst ihm den positiven Satz gegenüber. Je mehr du das wiederholst, desto mehr wird der neue „Trampelpfad“ zur „Autobahn“. Nur diesmal in die förderliche Richtung..! 😉

 

Positive Sätze als Gegenvorschlag :

 

-Ich muss nicht perfekt sein

-Ich darf Fehler machen

-Diesmal schaffe ich das

-Ich begegne den richtigen Menschen

-Das Universum bringt das Gute zu mir

-Ich bin stark genug

-Ich kann meine Ziele erreichen

-Ich werde beschützt und begleitet

-Ich bin gut so wie ich bin

-Ich akzeptiere mich trotz…(meiner Krankheit, meiner -Ungeduld, meiner „schlechten“ - Eigenschaften/Gedanken…)

-Ich denke positive Gedanken

-Ich steure meine Gedanken selbst

-Ich bin es wert…

-Ich stehe zu meiner Art so wie ich bin

-Ich verdiene es, das es mir gut geht

-Ich darf so sein wie ich bin, und bin ok

-Das Leben ist gut zu mir

-Ich habe Anerkennung verdient

-Alles ist gut

-Ich gehe meinen Weg

-Ich vertraue darauf, dass ich immer gut versorgt bin

 

Je öfter du diese Übung mit dem Gegenvorschlag nun anwendest und trainierst, desto mehr Erfolg wirst du mit dem Auflösen deiner schädlichen Glaubenssätze haben. Achtsamkeit hilft dir dabei, die Glaubenssätze aufzustöbern. Geduld ist natürlich auch ein wenig gefragt, denn das braucht seine Zeit und gelingt vielleicht nicht beim ersten Mal. Aber es lohnst sich auf jeden Fall. Du fühlst dich freier, und kannst aus deiner befreiten Kraft heraus selbstbestimmter und erfüllter leben.

 

( Natürlich ist dieses Thema ein riesiges Gebiet, und es gäbe noch vieles im Detail zu ergänzen. Ich kann hier nur einen kleineren Einblick geben. )

 

 

Herzlich, von Corinne🙏

Umgang mit schwierigen Gedanken und Gefühlen, Teil 3

12.1.2019

 

 

Wahrnehmen- zulassen- erkennen- annehmen

 

Gefühle nimmt jeder Mensch anders wahr und erlebt sie unterschiedlich. Einige nehmen sie nicht wirklich als solche wahr, andere hingegen schon, versuchen sie aber zu verdrängen. Wieder andere nehmen sie zwar wahr, versuchen sie aber nicht zu äussern oder zu zeigen. Gefühle können auch diffus und nicht eindeutig zugeordnet wahrgenommen werden. Insgesamt versuchen wir, bestimmte Gefühle zu vermeiden, welche das sind ist subjektiv, und jeder wertet und bewertet sie anders. Manchmal wird auch viel Energie dafür verwendet, eine gewisse Maske aufrecht zu erhalten hinter der sich das wahre Empfinden verbirgt. Dies ist ein Schutz, jedoch kann hinter einer scheinbar freundlichen, friedlichen Person etwas ganz anderes stecken, was dann eine eher trügerische Wahrnehmung ist.

 

Vieles im Zusammenhang mit dem Denken läuft unbewusst ab. Doch es ist wichtig, zu erkennen, wie eng unser Denken mit den Gefühlen zusammenhängt. Hier ist auch der springende Punkt : Mit dem Erkennen beginnt Achtsamkeit. Allein dadurch passiert schon etwas in dir: Du beobachtest und gewinnst dadurch Abstand.

Wenn wir uns erst einmal darüber bewusst werden, dass wir ständig denken, können wir auch eingreifen, und sind den nachfolgenden Gefühlen nicht mehr ausgeliefert.

Nur um zu veranschaulichen wie eng unser Denken mit den Gefühlen verbunden ist, stelle dir folgendes vor: Du siehst eine schwarze Schiefertafel. Nun zieht jemand, oder du, eine Kreide langsam in einem langen geraden Strich über diese Tafel. Was fühlst du? Läuft es dir kalt den Rücken runter, du verziehst dein Gesicht „iiiiii…! „. grauenhaft oder…? Das gleiche kannst du auch machen, in dem du dir vorstellst, wie du in eine Scheibe Zitrone beisst.-

 

Werden wir uns also bewusst über unser Denken und die darauf folgenden Gefühle. Indem wir unseren Geist schulen Gefühle wahr zu nehmen und nicht zu verdrängen, kommen wir in unsere Präsenz. Wir lernen, das Gefühle und Gedanken ein Teil von uns sind, wir sind aber nicht unsere Gedanken, wir identifizieren uns nicht mehr damit.

 

Im Achtsamkeitstraining achtet man auf folgenden Ablauf:

 

1. Impuls erkennen ohne zu folgen und nicht bewerten

2. spüren /beobachten

3. Aufmerksamkeit bewusst lenken

 

Achtsamkeit ermöglicht, unsere Aufmerksamkeit bewusst zu lenken. Wir entscheiden, wohin wir unseren inneren Fokus richten. Was bedeutet, dass wir auch unsere Gedanken und Gefühle beeinflussen können. Es geht darum zu erkennen, das Gedanken Gedanken sind, und diese kommen und gehen. Genauso auch Gefühle, auch sie kommen und gehen. Durch dieses Gewahrsein dessen was ist, nehmen wir Abstand, beobachten. Das gibt uns Freiraum zu entscheiden ob wir uns darin verlieren oder bewusst anders entscheiden, denn wir sehen was wirklich ist. Das bedeutet Gewahrsein: sehen was wirklich ist.

 

So können wir dann mit unseren Gefühlen in Kontakt treten. Am Besten geht auch das über den Atem. Sobald wir über den Atem achtsam spüren welche Emotion sich gerade ausbreitet, werden wir zum Beobachter. Durch den so entstandenen Freiraum können wir uns entscheiden, wie wir mit dem Gefühl umgehen wollen.

 

Die vier grundlegenden Emotionen sind: Angst, Trauer, Wut und Schmerz. Wie also umgehen damit?

 

1. Erkennen

2. Akzeptieren/ Zulassen  (nicht bewertend !)

3. Erforschen

4. Uns nicht damit identifizieren

 

Wir hadern so nicht mehr, wir lenken uns nicht ab, wir verstricken uns nicht, sondern wir akzeptieren die momentane Situation und die dazugehörigen Gefühle. Widerstände können losgelassen werden, und wir beenden dadurch unnötiges zusätzliches Leiden. Halten achtsam inne und werden uns unserer inneren Abläufe gegenüber wach und bewusst. Erforschen unsere Gedanken und prüfen äussere und innere Zustände.

 

Wir werden auf dem Weg der Achtsamkeit immer mehr zum Beobachter, so das wir durch unser Gewahrsein die umher tollenden Gedanken und Gefühle, Sorgen, Pläne, Begierden nur noch beobachten, ohne dass wir in unserer Gelassenheit gestört werden. Wie auf einem Bildschirm auf dem wir die Geistesobjekte erkennen, benennen ohne zu beurteilen, und sie dann ziehen lassen. So stellen wir auch fest, dass wir immer weniger das Negative aufrecht erhalten, indem wir negativen Gedanken keine weitere Nahrung geben. Wir spüren es zwar, aber atmen ihm entgegen…

 

Nimm dir ein paar Minuten nur für dich für folgende Übung. Du weisst ja mittlerweile: Zeit für dich ist eine Wertschätzung an dich selbst. 😉

 

Übung:

 

Atmen mit der Traurigkeit ( Dies kannst du mit allen Gefühlen wie Wut, Angst, Schmerz etc. tun)

 

Ziehe dich an einen ruhigen Ort zurück wo du ungestört bist.

Stelle dich darauf ein, deinem Gefühl begegnen zu wollen.

 

Setze oder lege dich bequem hin. Schliesse deine Augen, atme 2-3 Mal tief ein und aus.

 

Konzentriere dich auf deinen Atem.

 

Nun sagst du innerlich: „ ich und meine Traurigkeit (Wut,Angst…)“, wiederhole das einige Male

 

Dann sagst du : „ so ist, oder so war es eben“, wiederhole auch das einige Male

 

Formuliere jetzt beim Einatmen „traurig“ beim Ausatmen das Wort „ aus“, wiederhole dies solange es sich für dich wohltuend anfühlt

 

Wenn du ablenkende Impulse wahrnimmst, nimm sie zur Kenntnis, ohne darauf zu reagieren. Sei dabei in einer annehmenden, wohlwollenden Haltung

 

Achte auch ganz genau darauf, wo in deinem Körper sich das Gefühl der Traurigkeit zeigt, wo du das Gefühl spürst. Wo genau ist die Traurigkeit? Wie gross ist sie?

 

Atme langsam und ruhig in diese Gegend deines Körpers

 

Erwarte nichts, beobachte wie es sich anfühlt sich dem Gefühl zu öffnen, anstatt dagegen an zu kämpfen oder dich zu verschliessen

 

Atme ruhig ein und aus…

 

Atme dann still und ruhig mit folgendem Satz: „Traurigkeit ist wie ein Fluss, in dem es keinen Sinn macht, gegen den Strom zu schwimmen..“, wiederhole solange du magst…

 

Lass die Traurigkeit mit deinen nächsten Atemzügen ziehen, atme ruhig ein und aus,…beim ausatmen sagst du nochmal „aus“ …

 

Öffne nun langsam deine Augen, und spüre einen Moment nach…— --

 

                                                             

          

 

Ich wünsche dir den Mut und die Stärke, dich deinen Gefühlen zu öffnen. Den ewigen Kreislauf des Denkens und Fühlens zu erkennen, für mehr inneren Frieden und Gelassenheit.

 

Herzlich, von Corinne🙏


Umgang mit schwierigen Gedanken und Gefühlen, Teil 2

5.1.2019

 

Stress..?!

 

Wie entsteht eigentlich Stress? Kurz zusammengefasst: Stress entsteht, wenn die Anforderungen grösser sind als die eigenen Möglichkeiten.

Es gibt jedoch zwei verschiedene Arten von Stress. Den so genanten positiven Stress (Eustress) und den negativen Stress (Distress). Ob nun ein Stressauslöser als solcher angesehen wird, hängt immer vom eigenen Empfinden ab. Fühlen wir uns einer Aufgabe gewachsen, haben ein gutes Gefühl dabei, unterstützt uns positiver Stress und wir haben die Chance an der Aufgabe zu wachsen und tun etwas mit Leichtigkeit. Überfordert uns aber die Aufgabe, und wir bekommen allein beim Gedanken daran Panik oder Angst, wird dies natürlich negativ empfunden.

 

Der Eustress, also positiver Stress steht für:

 

-Motivation

-Leistungsfähigkeit

-Kreativität

-Schaffenskraft

-Aufmerksamkeit

 

Man kann dies auch angenehmen Stress nennen, denn er kann zusätzliche Kräfte wecken. Man fühlt sich den Anforderungen gewachsen. Unwichtige Dinge werden ausgeblendet, man kann sich voll und ganz der Sache widmen.

 

Der Distress, negativer Stress steht für:

 

-Belastung

-Verzweiflung

-Kraft raubend

-Ängste und Sorgen

-Bedrohung

 

Negativer Stress führt zum genauen Gegenteil. Er entzieht uns Energie und unsere Leistungsfähigkeit sinkt. Der Körper ist angespannt, und dieser Stress wird als sehr belastend und blockierend empfunden. Er entsteht eben dann, wenn unsere Handlungsmöglichkeiten nicht den alltäglichen Anforderungen entsprechen. Je länger wir diesem Stress ausgesetzt sind, desto grösser wird das Risiko unserer Gesundheit zu schaden. Er wird zunehmend unkontrollierbarer, wir sind permanent überfordert und überlastet. Somit kann er unseren Körper auf Dauer belasten und krank machen.

 

Stress entsteht aber auch aus uns selbst. Nämlich durch unser Denken, oder wenn wir unsere Bedürfnisse nicht wahrnehmen oder ihnen keinen Raum geben können. Stressexperten gehen davon aus, dass lediglich 10 Prozent was uns stresst auf äussere Faktoren zurück zu führen ist. 90 Prozent machen unsere Gedanken und Gefühle aus, man spricht von inneren Stressoren.

 

Das können sein:

 

-unrealistische Erwartungen

-Perfektionismus

-Immer der /die Beste sein zu müssen

-Verantwortungsgefühl für alles und alle anderen

-Bestätigung von aussen / Ansehen, Wertschätzung

 

Dem zu Grunde liegen immer auch Gedankenmuster, Glaubenssätze und Konditionierungen.

 

Beispiele: „Was denken die anderen..?“, „Ich muss immer stark sein“, „Ich darf keinen Fehler machen“, „Alles muss perfekt sein“, „ich muss es alleine schaffen…“…

 

Wenn wir dies erkennen, sollte uns auch klar werden, das wir selbst es sind, die Stress verursachen. Es liegt also an uns, oder besser gesagt an unseren Gedankenmustern und Glaubenssätzen, das wir uns eventuell im Hamsterrad abstrampeln. Darum wäre jeder gut beraten, diese Grundannahmen einmal gründlich auf ihre Gültigkeit zu überprüfen, stammen doch die meisten aus unsere Kindheit oder der Vergangenheit überhaupt. Oft sind es regelrechte Automatismen, die sich verselbständigt haben, und sind daher auch oft sehr hartnäckig, und steuern unsere Verhaltensmuster ganz unbewusst.

Begegnen wir diesen aber mit Achtsamkeit und werden wir uns derer bewusster, können wir auch Abstand dazu gewinnen. Dieser Abstand ermöglicht uns dann auch, unsere Emotionen mehr und mehr aus der Beobachterposition zu betrachten, und wir sind ihnen nicht länger machtlos ausgeliefert. Man wird selbstsicherer, selbstbestimmter und eigenverantwortlich. Diese Haltung fühlt sich wesentlich besser an, als wenn wir uns in unsere gestressten Gedanken unzufrieden und gereizt, hilflos ausgeliefert fühlen. Wir werden uns unserer inneren Abläufe gewahr, erkennen besser unsere Bedürfnisse. Gewahrsein heisst auch erkennen, und ist der erste Schritt zu Veränderung.

 

 

ÜBUNG:

 

In dich hinein spüren

 

Diese kurze Übung trainiert das Wahrnehmen deines Innern über den Atem. Du kannst dies in deinen Alltag einbauen, immer dann, wenn du dich gestresst und unkonzentriert fühlst, oder wenn du erschöpft bist, oder einfach zwischendurch als kleines Achtsamkeit-Training. Du bringst so deinen Geist zur Ruhe, schöpfst neue Kraft, und findest zu dir und deinem inneren Potential, durch das du in deinem Körper ruhst, atmest. Deine Gedanken und Emotionen Verschwinden nicht unbedingt, aber sie ruhen. So kannst du entscheiden, welche deiner Gedanken und Emotionen du Aufmerksamkeit schenken möchtest, und durch das betrachten entsteht eine gewisse Distanz. Du bist also nicht länger ein Spielball deines Geistes. Dein Atem steht dir immer zur Verfügung, in jeder Situation weisst du um diese Sicherheit, und kannst darauf zurückgreifen. Indem du bewusst und achtsam atmest, beruhigt sich dein Geist, die Gedanken werden friedvoller und beruhigen sich ebenso, so sieht du wieder klarer, und kannst bewusster handeln.

Diese Übung dauert lediglich ein paar Minuten, diese kurze Zeit hat aber eine enorme Wirkung. Diese Stille in dir ist immer vorhanden. Du hast die Wahl, und es liegt nur an dir, dich damit zu verbinden. Es ist die Kraftquelle in dir, und egal wie stressig dein Alltag sein mag, du hast immer die Möglichkeit dich über deinen Atem dorthin zu begeben. Je öfter du dies nutzt, desto zentrierter und gelassener wirst du. Ausserdem stärkst du so deine Stressresistenz.

 

Eine wertvolle Minute als Wertschätzung an dich selbst.

 

 

 

Setze dich auf einen Stuhl, richte deine Wirbelsäule gerade, deine Füsse stehen parallel auf dem Boden, deine Hände ruhen in deinem Schoss.

 

Schliesse nun deine Augen.

Atme für etwa eine Minute ruhig und gleichmässig ein und aus, höre auf die Stille in dir. Du fokussierst dich nur auf die Stille in dir.

Wenn du Geräusche wahrnimmst, nehme sie wahr und benenne sie. (Auto das vorbei fährt: Auto. Ticken der Uhr: Ticken. )Lasse dich nicht ablenken, konzentriere dich nur auf deinen Atem, auf deine innere Stille.

 

Spüre dabei, wie sich dein Körper entspannt, wie sich deine Gedanken ebenfalls beruhigen und entspannen.

 

Zum Abschluss atmest du 1-3 Mal tief ein und aus, und öffnest langsam deine Augen.

 

Spüre einen Moment nach.--  🙏

 

 

 

 

 

Herzlich,

von Corinne🙏

 

 

„Achtsamkeit wirkt erst durch die Kraft der Anwendung, und ist nur durch die Anwendung zu verstehen.“ Jon Kabat-Zinn


Umgang mit schwierigen Gedanken und Gefühlen, Teil 1

29.12.2018

 

 

In den nächsten Blog-Beiträgen möchte ich mich mit dem Thema Umgang mit den eigenen schwierigen Gefühlen und Gedanken auseinander setzen, und veranschaulichen, wie mit diesen im Achtsamkeitstraining gearbeitet wird.

 

Hier nun der Einstieg in dieses Thema. 

 

Oft wird das in Kontakt treten mit unseren Gefühlen mit der Angst damit verbunden, darin zu versinken, sich darin zu verlieren und nicht mehr rausfinden zu können. Der Umgang und das Fühlen der eigenen Gefühle, fällt darum vielen Menschen schwer. Daher werden sie verdrängt, nicht zugelassen.

Auch die Gefühle überhaupt wahrzunehmen, oder gar zu zeigen, ist für viele schwierig. Gerade negative und unangenehme Emotionen wollen wir lieber vermeiden. Doch es ist nicht möglich, keine Gefühle zu haben, und das Verdrängen kann schwere Folgen haben. Man kann sich einen Dampfkochtopf vorstellen, um sich so die inneren Mechanismen zu veranschaulichen. Die Kraft und die Gefahr die hinter verdrängten Gefühlen steckt ist ähnlich diesem Bild. Es besteht der Wunsch, die Situation durch zurückhalten von Gefühlen kontrollieren zu können, das wäre wie wenn man den Topf zuhalten wollte.

Die Fähigkeit, sich selbst zu spüren, zu fühlen oder auf unsere Intuition zu hören geht mehr und mehr verloren, je mehr wir Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Wut etc. nicht zulassen, und versuchen zu verdrängen.

Oft neigen solche Menschen dann zu ausgeprägtem Aktionismus, sind ständig aktiv, um sich auch so von dieser inneren Leere die entsteht abzulenken. Doch Vorsicht..! Das ständige Verdrängen von Gefühlen kann konkrete Folgen habe. Die verdrängten Gefühle sind ja nicht verschwunden wenn wir sie verdrängen, sie wandern stufenweise nach „unten“. Anfänglich ist das Gefühl wenn wir es bemerken in unserem Bewusstsein, in unserem Verstand. Wird das Gefühl dann wie beschrieben verdrängt, fällt es sozusagen in die nächste Etage tiefer. In unser Unterbewusstsein. Es scheint dann im ersten Moment verschwunden, kommt erst wieder zum Vorschein, wenn wir uns daran erinnern. Im normalen Alltag bemerken wir es nicht mehr. Wird nun das Gefühl weiterhin nicht beachtet und verdrängt, sinkt es wiederum in die nächste Ebene, in unser Tiefenbewusstsein. Nun ist es möglich, dass wir dieses Gefühl dann in unseren Träumen gespiegelt bekommen. Wollen wir es nun immer noch nicht spüren und uns bewusst machen, rutscht es noch tiefer, in die stoffliche Ebene. Das wäre dann unser Körper. Nun macht uns irgendwo in unserem Körper etwas unangenehm zu schaffen. Wir haben vielleicht Schmerzen, verschiedene Symptome treten auf die eventuell auch einer Krankheit zugeordnet werden können. Oder die als psychosomatisch eingestuft werden, wenn von ärztlicher Seite kein organisch spezifischer Befund erkannt werden kann.

 

Stellen wir uns nochmals das Bild vom Dampfkochtopf vor. Unsere Aufmerksamkeit sollte unbedingt auch auf die innere Verfassung gerichtet sein, und nicht nur auf äussere Bereiche. Im Achtsamkeitstraining geht es diesbezüglich darum, liebevoll mit sich und den eigenen Bedürfnissen umzugehen, uns unserm inneren Dialog bewusst zu werden und zu verstehen, damit wir achtsam und fürsorglich mit uns umgehen können. Auch können eine achtsame Haltung, und Achtsamkeitsübungen helfen, sich zeitweise eine Erholung von schwierigen Gefühlen zu ermöglichen.

 

 

In den folgenden Wochen-Beiträgen geht es um:

 

-Wie entsteht Stress bezgl. unseren Gedanken und Gefühlen..?

 

-Welchen Denkmustern liegt Stress zugrunde..? Wie vermindere ich negative Gedanken..?

 

 

Herzlich,

von Corinne


Unter den einzelnen Buttons oben, sind alle vergangenen Blogeinträge nach Themen sortiert nachzulesen.